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Lutz Seiler: Stern 111 (Roman, Suhrkamp, 528 Seiten)

Seiler strukturiert, nicht ganz so verwegen wie im Kruso, aber wieder schön poetisch. Wer sonst kann eine Hausbesetzerszene sprachlich derart reich beschreiben? Erst geht das ziemlich mysteriöse Elternpaar verloren, dann trotz aller Mühen noch die Liebste. Stillen Trost schenkt ein (legendäres?) Kofferradio oder vielleicht nur die Erinnerung daran. Dafür sehen wir Schieke vor uns, wie er heute im digitalen Funk das Feuilleton spricht. Und erleben, auf welche (mögliche, unmögliche) Weise Dichtung entsteht, sowie dass sie schiere Kämpfe braucht. Ein Hoch dem Reim, wenn er nur destruktiv genug ist.

 

Ich erwähne auch: Lutz Seiler, Schrift für blinde Riesen, Am Kap des guten Abends, Die Zeitwaage (alle bei Suhrkamp/Insel)

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